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Kasseler Musiktage

Die Kasseler Musiktage veranstalten vom 24. Oktober bis zum 3. November zahlreiche Konzerte mit dem Schwerpunkt auf Kammermusik, Orchester- und Chorkonzerte sowie kleine szenische Aufführungen.

Das Repertoire eines der ältesten europäischen Musikfestivals reicht von jahrhundertealten Klängen bis zu gerade entstandenen Kompositionen. Internationale Musikerinnen und Musiker sind an verschiedenen Orten der Stadt zu erleben. Ein besonderes Anliegen der Kasseler Musiktage ist die Begegnung des Publikums mit den Künstlern, die Eröffnung von musikalischen Welten für junge Menschen sowie die reflektierte Auseinandersetzung mit den Themen der Konzerte.

Bekannte und außergewöhnliche Formate

Die diesjährigen Kasseler Musiktage bewegen sich zwischen Strozzi und Rammstein, Mozart und Staud, zwischen wiederentdeckten und neu komponierten Werken. Bekannte Formate treffen auf außergewöhnliche, die anregen, mit neuen Ohren zu hören.

Elf Konzerte wird es geben: Keines wird dem anderen in etwas nachstehen.  Bereits im Eröffnungskonzert erklingt Musik des aus Innsbruck stammenden Komponisten Johannes Maria Staud, die sich durch weitere Konzerte des Festivals ziehen wird. Sein neuestes Orchesterwerk aufzuführen und in die traditionellen Klänge Mozarts und Schuberts einzubetten, diese Herausforderung wird dem Münchener Kammerorchester zuteil. Gemeinsam mit dem mehrfach ausgezeichneten Klarinettisten Sebastian Manz, der in diesem Jahr ebenfalls als Kammermusikpartner der Geigerin Tianwa Yang beim Begegnungen-Festival zu erleben ist, verwandeln sie die documenta-Halle in einen Schauplatz, der neue Sinnzusammenhänge schafft.

Ebenfalls im Zeichen der Musik Johannes Maria Stauds steht das Gesprächskonzert des Boulanger Trio. Die drei Musikerinnen bringen in ihrem Konzertformat „Boulangerie“ Stauds neues Klaviertrio zur Uraufführung, das sie mit Dvořák kombinieren. Ganz neue Klänge gibt es auch bei Klaus Steffes-Holländer, der als Pianist des Freiburger ensemble recherche Spezialist für zeitgenössische Musik ist. Mit Georg Philipp Telemanns Klavierfantasien im Gepäck nimmt er das Motto des Festivals zum Anlass, Altes neu zu entdecken und Neues entgegenzusetzen.

Gleich zwei Streichquartette kehren in diesem Jahr auf die Kasseler Bühnen zurück. Die Musiker des Apollon Musagète Quartett führen ihren 2016 bei den Kasseler Musiktagen begonnenen Dvořák-Zyklus fort und widmen sich zuvor einem frühen Schubert-Quartett. Das in Kassel bestens bekannte französische Quatuor Diotima umrahmt in einem ganz und gar österreichischen Programm Stauds bisher einziges Streichquartett mit Musik Alban Bergs und Schuberts.

Komponistinnen des Barock sind musikalisch wegweisend für das frech mit „Frauenpower“ betitelte Konzert des jungen Cölner Barockorchester, das sich aus Absolvent*innen der Abteilung für Alte Musik an der Musikhochschule Köln gründete. Gemeinsam mit der Sopranistin Hannah Morrison entdecken sie Werke u. a. von Barbara Strozzi, die lange weitgehend in Vergessenheit geraten sind.

Barock wird es unter anderem auch beim Gipfeltreffen einzigartiger Musiker*innen in der documenta-Halle: Die 2017 in Kassel bejubelte klassische Band Spark betritt zusammen mit dem Countertenor Valer Sabadus, der im vergangenen Jahr im Eröffnungskonzert gefeiert wurde, die Bühne. Gemeinsam mit den Virtuosen von Spark, die seit Jahren wie kein anderes Ensemble mit unbändiger Experimentierfreude das Gesicht der jungen Kammermusikszene prägen, wandelt der Sänger auf neuen, außergewöhnlichen Pfaden von Händel über Gabriel Fauré bis hin zu Rammstein und Depeche Mode.

Gegen Ende des Festivals ist Neues im scheinbar Bekannten zu entdecken, wenn in der Kasseler Martinskirche Felix Mendelssohn Bartholdys Elias zum Klingen gebracht wird. Nachdem er schon vor zwei Jahren mit Paulus begeisterte, vereint Frieder Bernius in diesem Jahr erneut seine Stuttgarter Ensembles. Mit der Partie des Elias führt der Bariton Michael Volle das hochkarätige Solistenensemble an, bevor er gemeinsam mit dem herausragenden Liedbegleiter Helmut Deutsch das Festival zum Abschluss bringt. Ein außergewöhnliches Programm führt die beiden international begehrten Liedkünstler nach Kassel: Neben heute eher unbekannten Werken von Mozart, Schubert und Reutter erklingt der letzte Liederzyklus aus der Feder von Johannes Brahms.

Seit 2016 wird das Festival von Olaf A. Schmitt künstlerisch geleitet. Vielfältige Künstlerinnen und Künstler präsentieren in verschiedenen Konzerten die unendlichen Möglichkeiten der Musik auch jenseits von Genrekategorien. Ihre Freude am Musizieren knüpft an die Gründung des Festivals 1933 an, das vom Bärenreiter-Verlag und dem „Arbeitskreis für Hausmusik“ auch als Gelegenheit des gemeinsamen Musizierens gedacht wurde.

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