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Blauer Sonntag

Jedes Jahr im August bieten die "Tage der Industriekultur" ein verlängertes Wochenende lang Einsichten in produzierende Unternehmen, den Geruch von Gummi, Schmieröl, Bier, Kautabak und Schweiß und Spaziergänge in Stadt und Land.

Auf Achse Spezial - von August bis September 2020

Viele Veranstaltungen für große und kleine Fans der Industriekultur in Nordhessen. 

In diesem Jahr ist alles anders – so auch der BLAUE SONNTAG, die Tage der Industriekultur Nordhessen. Statt einem langen Indus­triekultur-Wochenende mit großen Veranstaltungen und vielen Menschen gibt es in diesem Jahr das auf die Situation angepasste Format: BLAUER SONNTAG AUF ACHSE SPEZIAL 2020. 

AUF ACHSE SPEZIAL bedeutet: überwiegend Führungen und Wanderungen mit begrenzter Teilnehmerzahl und vorheriger Anmeldung, wenn möglich draußen im Freien und – gegebenen­falls – Anpassungen und Änderungen in letzter Minute. Alle Veranstaltungen tagesaktuell gibt es unter www.blauer-sonntag.de 

Begeben Sie sich "auf Achse" und entdecken Sie die Industriekultur Nordhessens. Es gibt viel zu sehen und zu erleben - auf geht‘s!

Blauer Sonntag: Hintergrund

Nordhessen ist ein Industriestandort mit langer Tradition, wenngleich die Entwicklung der Industrialisierung anfangs nur gemächlich in Gang kam. Am Hohen Meißner befindet sich zum Beispiel der älteste Braunkohlen- und Tonbergbau Deutschlands. Und seit Denis Papin, der französische Physiker, Mathematiker und Erfinder, in der Eisenhütte Veckerhagen um 1700 den ersten Dampfzylinder für eine Hochdruckdampfmaschine gießen ließ, sind erstaunliche Erfindungen und Bahn brechende Entwicklungen gefolgt, die in dieser Region ihren Ursprung haben.

Branchenriesen wie Henschel & Sohn, Salzmann & Comp., Kali + Salz, Volkswagen und SMA hatten und haben hier ihren Sitz. Die Industrialisierung hat vielen Menschen neue Erwerbsmöglichkeiten gebracht, ihr Leben geprägt und gleichzeitig das Bild Nordhessens bis heute verändert.

Die Verwaltung des industriekulturellen Erbes liegt in ehrenamtlichen Händen oder in der Verantwortung weniger Museen in kommunaler Trägerschaft.  Hinzu kommen aktuell produzierende Betriebe. Die kleinen und großen Standorte thematisch zu verknüpfen und ihre Akteure in einen Dialog zu bringen, ist eine Aufgabe, der sich das netzwerk industriekultur nordhessen nino widmet.

Woher kommt der Begriff "blau machen" eigentlich?

Eine Spur führt zu den Blau- oder Indigofärbern: Sie kochten den zu färbenden Stoff erst in einer übel riechenden Brühe aus Indigo und alkoholangereichertem Urin, um in der darauf folgenden Trocknungsphase an der frischen Luft ihrem Stoff beim blau werden – betrunken im Gras liegend - zuzusehen.
Einen weiteren Anhaltspunkt liefert die so genannte blaue Messe, die an bestimmten Montagen im Jahr für die Verstorbenen des Handwerks gelesen wurde und den Gesellen der Zunft einen freien Tag bescherte. In Nordhessen wiederum zelebrierte man Ende September stets den Lichtblauen Montag mit einem freien Arbeitstag - danach wurde in den Betrieben wieder bei künstlichem Licht gearbeitet.  
Woher der Begriff auch immer kommt: "Blau machen" umgibt die Aura einer kleinen Flucht aus dem Alltag – einer außerplanmäßigen, besonderen Belohnung. Und genau das verspricht auch der Blaue Sonntag der Industriekultur.

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