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Jubiläumsdaten 2018 der Stadt Kassel

Der "Himmelsstürmer"  im Licht der Abendsonne.; © Stadt Kassel; Foto: Michael Schwab
Seit 25 Jahren gehört er endgültig zum Himmel über Kassel: das documenta-Kunstwerk "Man Walking to the sky" des amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky - von den Kasselern "Himmelsstürmer" genannt - vor dem Kulturbahnhof.

Hier weisen wir Sie auf besondere Jubiläen im Jahr 2018 der Kasseler Geschichte hin: Sie finden Informationen zu Persönlichkeiten, Ereignissen und Bauwerken (Jahreszahlen und Teile der Erläuterungen aus: Frank-Roland Klaube, Chronik der Stadt Kassel, Wartberg-Verlag, Kassel 2005, vom Autor überarbeitete und teilweise korrigierte Ergänzung 2014). Haben Sie Ergänzungen? Dann schreiben Sie uns unter stephan.kaiser@kassel.de.

; © Stadt Kassel: Foto: Soremski Wird 1993 Kassels Oberbürgermeister: Georg Lewandowski vor einem der Rathaus-Löwen.

1993 - vor 25 Jahren

  • 1, Januar: Aus dem städtischen Reinigungsamt wird der Eigenbetrieb der Stadtreiniger.
  • 30. April: Der "Himmelsstürmer" bleibt Dank einer Spendenaktion in Kassel. Das documenta-Kunstwerk "Man Walking to the sky" des US-amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky erfreut sich großer Beliebtheit und  hat seinen Platz auf dem Rainer-Dierichs-Platz vor dem Kulturbahnhof (Foto s.o.).
  • 1. Juli: Kassels jahrzehntelang gültige Postleitzahl 3500 ist Vergangenheit
  • 4. Juli: Mit Georg Lewandowski wird erstmals ein Christdemokrat zum Oberbürgermeister Kassels gewählt. Die Wahl löst bundesweit große Aufmerksamkeit aus, da Kassel zuvor eine Hochburg der SPD gewesen war. Die Einführung einer Getränkesteuer, das Aufstellen von Verkehrshindernissen ("Lollis") und die Errichtung einer Treppe auf dem Königsplatz waren Hauptthemen des Wahlkampfes. In seine Amtszeit bis 2005 fallen unter anderem die Konversion der ehemaligen Kasernen, der Ausbau des Güterverkehrszentrums am Industriepark Waldau, die Anerkennung Wilhelmshöhe als Bad, der Namenszusatz Kassels als documenta-Stadt, der Ausbau der Museumslandschaft und der Start der ersten Kulturhauptstadt-Bewerbung Kassels.
  • Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten startet vom Flughafen Kassel-Calden aus eine Chartermaschine. Sie bringt 80 Passagiere nach Mallorca.

     

Weiterführende Links (im Folgenden immer farbig unterlegt)

1968 - vor 50 Jahren

  • 1. Mai: Nachdem die US-Armee das frühere Fieseler-Flugzeugwerk II geräumt hat, steht das Gelände mit den Hallen zur Industrieansiedlung zur Verfügung.
  • 6. Mai: Das dez-Einkaufszentrum öffnet seine Pforten
  • 26. Juni: Die Hochschule für bildende Künste an der Menzelstraße wird offiziell eingeweiht
  • 27. Juni: Die documenta 4 beginnt. 207.000 Kunstinteressierte werden die Weltausstellung selbst in Augenschein nehmen.
  • 17. September: In Kassel stirbt der Architekt und Ehrenbürger Fritz Catta. 

Stadtarchiv Kassel, Bild-Signatur 0.502.332; Foto: Carl Eberth; © Stadt Kassel
Leipziger Straße unter Hochwasser.(Stadtarchiv Kassel, Bild-Signatur 0.502.332; Foto: Carl Eberth)

1943 - vor 75 Jahren

  • 17. Mai: Im Laufe des Vormittags erreicht eine Flutwelle ungeheuren Ausmaßes das Stadtgebiet nachdem es britischen Luftstreitkräften gelungen ist, ein Loch in die Edertalsperre zu sprengen. Das Hochwasser erreicht bis weit weserabwärts historische Rekorde.
  • 28. Juli: Der erste Angriff amerikanischer Bomber trifft Bettenhausen
  • 3. Oktober: Ein Luftangriff der Royal Air Force trifft irrtümlich nicht die Altstadt, sondern Teil der Nordstadt, Wolfsanger, Sandershausen und Bettenhausen
  • 22. Oktober: Bei einem erneuten alliierten Luftangriff kommen durch rund 400.000 abgeworfene Stabbomben bis zu10.000 Menschen ums Leben. Die Fachwerk-Altstadt Kassels wird fast vollständig zerstört und nach dem Krieg weitgehend auch nicht wieder aufgebaut. 
  • 5. November: Nazi-Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels spricht in der Stadthalle.  

 

Menschen vor zerstörten Gebäuden; © Stadt Kassel
Kassel nach dem Luftangriff am 22. Oktober 1943 an der Ecke Obere Königsstraße/Friedrichsplatz. Menschen sitzen auf Koffern, rechts die ausgebrannte Ruine des Roten Palais, das nach dem Krieg abgerissen wurde.Stadtarchiv Kassel; Bild-Signatur 0.552.364; Foto: Friedrich Unkel

Blick in viele Gesichter einer Menschenmenge aus Soldaten und Zivilbevölkerung vor dem Rathaus; © Stadt Kassel
Das von der Front zurückkehrende Infanterie-Regiment 83 in der Oberen Königsstraße vor dem Rathaus. (Stadtarchiv Kassel, Bild-Signatur 0.552.296, Foto: Carl Eberth).

1918 - vor 100 Jahren

  • 31. Januar: 10.000 Arbeiter streiken und fordern Frieden und Demokratie.
  • 6. Mai: Die "Casseler Wohnungsfürsorge GmbH" wird gegründet. Sie erhält den Namen "Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel" (GWG).
  • Das "Mittelfeld", die neue Henschel-Produktionsstätte für den Geschützbau, wird seiner Bestimmung übergeben
  • August/September: Zum letzten Mal ist Kaiser Wilhelm II. zum Sommerurlaub auf Schloss Wilhelmshöhe. Er wird nach seiner Abdankung ins Exil im niederländischen Doorn gehen und nie wieder nach Deutschland zurückkehren.
  • 9. November: In Kassel übernimmt ein Arbeiter- und Soldatenrat die Macht.
  • 9. November: In Berlin ruft der Kasseler Sozialdemokrat Philipp Scheidemann gegen 14 Uhr die Republik aus.
  • 11. November: Mit dem Waffenstillstand von Compiègne ist der Erste Weltkrieg beendet. Matthias Erzberger (Zentrum), der als Politiker das Abkommen unterzeichnen musste, während sich die  Militärs ihrer Verantwortung entziehen, wird drei Jahre später von Rechtsextremisten erschossen.
  • 14. November: Mit dem "Großen Hauptquartier" trifft Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg in Kassel ein, um von Schloss Wilhelmshöhe aus die Demobilisierung der deutschen Truppen zu leiten. Maßgeblich mitverantwortlich für die militärische Niederlage und Urheber der sogenannten Dolchstoßlegende (nach der das im Feld unbesiegte Heer von der Revolution in der Heimat verraten wurde), wird der spätere Reichspräsident von den Kasselern begeistert empfangen und 1919 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

Aufruf des Magistrats gemeinsam mit dem Arbeiter- und Soldatenrat ; © Stadt Kassel
Heldenverehrung: Generalfeldmarschall Hindenburg leitete mitsamt dem Großen Hauptquartier von Schloss Wilhelmshöhe aus die Demobilisation der Truppen. Wenig später ernannte ihn die Stadt zum Ehrenbürger. (Stadtarchiv Kassel, Bild-Signatur 0.547.548, Foto: Carl Eberth).

1893 - vor 125 Jahren

  • 31. März: Um 24 Uhr werden zur Einführung der einheitlichen mitteleuropäischen Zeit sämtliche Uhren in der Stadt um 20 Minuten vorgerückt.
  • 1. Mai: Im Villengebiet von Wilhelmshöhe wird ein Elektrizitätswerk in Betrieb genommen, das Gustav Henkel, Mitinhaber der Kasseler Maschinenbau-AG vorm. Beck & Henkel, in Privatinitiative errichtet hat. In vertraglicher Abstimmung mit der Gemeinde Wahlershausen richtet er eine elektrische Straßenbeleuchtung ein.
  • 26. Juni: Zum letzten Mal wird der Wollmarkt abgehalten, der seit längerem an Bedeutung verloren hatte.
  • 28. August: Eine Lücke im Reichspostgesetz ausnutzend, richtet Otto Böhme eine innerstädtische private Postbeförderung ein. Der "Casseler Courier" befördert Briefe und Karten zu günstigeren Tarifen als die Reichspost.

 

 

Postkartenmotiv aus Wahlershausen mit Straßenbeleuchtung und Tramschienen; © Stadt Kassel
Fortschrittlich: Wahlershausen (hier Gasthaus Riedel) ist in Sachen Elektrizität ganz vorn. (Stadtarchiv Kassel, Bild-Signatur 0.552.006, Foto: Carl Eberth).

1868 - vor 150 Jahren 

  •  In der Unterneustadt richtet der Kaufmann Georg Wenderoth eine Kartonagenfabrik und eine "lithographische Anstalt" ein und liefert den Spezialbedarf von Apotheken, Krankenhäusern und Ärzten. Die sich gut entwickelnde Firma wird 1895 in eine Aktiengesellschaft für pharmazeutische Bedarfsartikel umstrukturiert.
  • Schreinermeister Johannes Dötenbier gründet in der Oberneustadt eine Bau- und Möbelschreinerei. Im Laufe der Jahre verlagert sich der Schwerpunkt der Produktion auf die Herstellung von Särgen.

1843 - vor 175 Jahren 

  • 23. Juni: Der Apotheker Heinrich August Eduard Sievers erhält das Privileg zum Betreiben einer Apotheke in der Oberen Königsstraße, der späteren Engel-Apotheke.
  • August: Bemühungen eines Mündener Schiffseigners, einen regelmäßigen Dampfverkehr zwischen Münden und Kassel einzurichten, schlagen fehl.

1818 - vor 200 Jahren

  • 24. Februar: Die neue Feuerordnung für die Stadt verbietet das Tabakrauchen ausdrücklich auch auf den Straßen.
  • 1. Oktober: Gründungsdatum des Porzellanhauses Hornschu, heute in der Obersten Gasse 5.
  • 20. Oktober:  Der Buchhändler J. J. Bohné eröffnet eine Buchhandlung, die später als A. Freyschmidt's Buchhandlung in der Oberen Königsstraße zu finden ist.
  • Der Kaufmann Louis J. Rosenzweig holt in diesem Jahr die Genehmigung zum Betrieb einer Destillerie und einer Spiritus-Lackfabrik ein, die später als Spezialfabrik für Brauereiglasuren und Brauereifarben Weltgeltung erlangt. 

1793 - vor 225 Jahren 

  • 27. Juni: Der junge holländische Unternehmer Andries Hendrik Thorbecke, der einige Jahre zuvor die erste Tabakfabrik in Kassel gegründet hat, pachtet vom Staat das Gut Schönfeld, darf dort aber nur Tabak mahlen, nicht anbauen. Zu diesem Zweck errichtet er eine Windmühle.  
  • 2. Dezember: Grundsteinlegung für die Löwenburg. Im Wilhelmshöher Park wird der Steinhöfersche Wasserfall vollendet.

Das Denkmal für Landgraf Karl auf dem nach ihm benannten Platz in der Innenstadt; © Stadt Kassel; Foto: Stephan Kaiser

1768 - vor 250 Jahren

  • Vor der Karlskirche wird als erstes freistehendes Denkmal in der Stadt ein Statue Landgraf Karls aufgestellt, die der Künstler Bartholomäus Eggers bereits 1686 in Rom geschaffen hatte (Foto). Unter Karl erreichte das Fürstentum einen Höhepunkt barocker Herrschaftsentfaltung. In seiner 60-jährigen Regierungszeit (1670 bis 1730)  prägte Karl insbesondere das heutige UNESCO-Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe durch den Bau der barocken Wasserspiele, des Herkules und der Löwenburg. Er ließ die nach ihm benannte Karlsaue vergrößern und das Orangerieschloss bauen. Nach dem Edikt von Fontainebleau (1685) nahm er 4000 im katholischen Frankreich verfolgte Hugenotten und Waldenser in Hessen-Kassel auf (Gründung Karlshafen). Das Ausleihen von Söldnern, so im Spanischen  Erbfolgekrieg, konsolidierte die im Dreißigjährigen Krieg zerrütteten Staatsfinanzen. Seine Nachkommen verheiratete er in den Hochadel, so dass sein Sohn Friedrich König von Schweden wurde.
  •  

    1693 - vor 325 Jahren

    • Mit einer neuen Zunftordnung übt die absolutistische Landesregierung eine verstärkte Kontrolle über die Zünfte aus.

    1668 - vor 350 Jahren

    • 28. Mai: Ein Tumult in der Altstadt führt fast zu einem Blutbad. Einige hessische Soldaten hatten sich als Deserteure unten den Schutz des Magistrats begeben, und dieser verweigerte die Auslieferung. Da besetzte der Chef des Militärs, General Rabenhaupt, das Rathaus am Altmarkt und forderte mit gezogenem Degen von Bürgermeister Samuel Bourdon die Auslieferung der Abtrünnigen. Dass die Bürgerschaft dem Bürgermeister zu Hilfe eilte, nutzte wenig, da diese praktisch ohne Bewaffnung war. Durch Einschreiten der Landesherrin, Landgräfin Hedwig Sophie, wurde der Fall geregelt. Zwar wurden die Deserteure an das Militär ausgeliefert, doch erhielten die Mitglieder des Magistrats jetzt das Recht, einen Degen zu tragen. Diese wurden von den Kasselern bald spöttisch als "Bratspieße" bezeichnet.

    1643 - vor 375 Jahren

    •  4. Januar: Ein verheerendes Hochwasser überschwemmt die tiefer gelegenen Stadtteile. Die Fluten reißen acht Häuser in der Neustadt ein. Fast die gesamte Altstadt steht unter Wasser. Die adligen Gäste des Hotels Nassauer Hof müssen mit Booten bei Fackelschein aus den Fenstern ihrer Zimmer gerettet werden.

    1618 - vor 400 Jahren

    • 23. Mai: Mit dem "Prager Fenstersturz" beginnt der 30-jährige Krieg mit seinen ineinander übergehenden konfessionellen, verfassungs- und machtpolitischen Konflikten im Heiligen Römischen Reich. Nicht zuletzt durch Hilfeersuchen aus Kassel greifen bald auch ausländische Staaten in diesen Krieg ein. Kassel liegt lange Zeit im Zentrum des Aufmarschgebiets. Wegen seines calvinistischen Bekenntnisses selbst innerhalb des protestantischen Lagers isoliert, steht die Landgrafschaft zwischenzeitlich vor dem Untergang. Hessen-Kassel büßt während des Krieges rund 50 Prozent ihrer Einwohner ein. Die Stadt selbst wird jedoch - im Gegensatz etwa zu Melsungen, Hofgeismar oder Eschwege - nie eingenommen, da sie eine der stärksten Festungsanlangen Europas schützt. Allerdings wütet die Pest innerhalb der Festungsmauern. Im Westfälischen Frieden von 1648 gewinnt Hessen-Kassel dank seiner mächtigen Verbündeten Schweden und Frankreich fast alle verlorenen Territorien zurück. Langfristige politische Auswirkungen des Krieges sind zudem ein dauerhaftes enges Bündnis mit Preußen sowie auch der im Krieg massiv praktizierte Soldatenhandel, der vor allem unter Landgraf Karl und auch später noch eine enorme Geldquelle des Staatshaushaltes darstellt.

    1593 - vor 425 Jahren

    • Am Hof des Landgrafen Moritz des Gelehrten gastieren englische Komödianten. Moritz liebt das Schauspiel und lässt einige Jahre später in Kassel mit dem Ottoneum (heute Naturkundemuseum neben dem Staatstheater) das erste feste Theater Europas errichten.
    Büste der Märchenerzählerin vor Niederzwehrener Fachwerkhaus; © Stadt Kassel Denkmal für eine berühmte Niederzwehrerin: Dorothea Viehmann, die Märchenfrau der Grimms.

    1543 - vor 475 Jahren

    • 11. August: Erstmals wird eine Straßenbauordnung für Hessen erlassen

    1493 - vor 525 Jahren

    • Landgraf Wilhelm I. der Ältere kehrt von einer Pilgerreise nach Jerusalem zurück, die ihn auch nach Rom und Venedig führte. in dem "leichtlebigen Venedig" soll er "unheilbaren Schaden genommen haben. Er hat seitdem das "Dotzeln" (Schwanken, Taumeln) im Kopf. Diese Geisteskrankheit nötigt ihn, die Regierung an seinen jüngeren Bruder Wilhelm abzutreten.

    1293 - vor 725 Jahren

    • Die Karmelitermönche kaufen ein Haus, das laut Urkunde vormals einer jüdischen Frau namens Rahel gehört hat. Dies ist der erste Beleg dafür, dass Juden auch in Kassel für die Entwicklung der Geldwirtschaft unentbehrlich waren und von den Landesherren in die Städte geholt werden.
    • Erstmals wird Niederzwehren in einer Urkunde erwähnt -  als "Tweren inferior".
    • Auch das Dorf Waldau wird erstmals genannt.

    Blick auf die Frontseite der Zehntscheune; © Stadt Kassel
    Die Zehntscheune, eines der prägenden und identitätsstiftenden Gebäude in Waldau.

    Veröffentlicht am:   24. 04. 2018  

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