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Jubiläumsdaten 2017

Luftbild Herkules ; © Foto: Arno Hensmanns 2017 wird er 300 Jahre alt und macht nach wie vor eine gute Figur: Kassels Wahrzeichen, der Herkules.

Hier weisen wir Sie auf besondere Jubiläen im Jahr 2017 der Kasseler Geschichte hin: Sie finden Informationen zu Persönlichkeiten, Ereignissen und Bauwerken, überwiegend zur Verfügung gestellt vom Stadtarchiv der Stadt Kassel (Jahreszahlen und Teile der Erläuterungen großenteils aus: Frank-Roland Klaube, Chronik der Stadt Kassel, Wartberg-Verlag, Kassel 2005).

Haben Sie Ergänzungen? Dann schreiben Sie uns unter stephan.kaiser@kassel.de.

1992 – vor 25 Jahren

  • 13. Juni: Die neunte Auflage der documenta - die weltweit bedeutendste Ausstellung moderner Kunst alle fünf Jahre in Kassel - beeindruckt auch durch ihre zusätzlichen Ausstellungsräume: die neu errichtete documenta-Halle am Friedrichsplatz und  Pavillons in der Karlsaue.

Vor 50 Jahren – 1967

  • März: Das große dez-Einkaufszentrum im Stadtteil Niederzwehren entsteht. Standort ist das vormalige Gelände der Firma Credé & Co., welche nach 70 Jahren geschlossen wird. Der unter dem Namen Gebrüder Credé 1897 gegründete Waggonbauer wurde bekannt durch die Produktion für die beiden Rheingold-Züge von 1928 und 1962.

  • April: Die ersten Wohnungen in der  Wohnstadt Brückenhof (Foto unten) sind vermietet.
  • 1. Juni: Das neue Hallenbad Mitte wird eröffnet, es wird 2013 abgerissen. 
  • 24. August: 80.000 Gäste feiern den 250. Geburtstag des Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe.
  • 25. August: Das Farbfernsehen hält Einzug, zunächst nur für einige Sendungen.

; © Stadt Kassel, Stadtarchiv; Signatur 0.006.928, Foto: Heinz Pauly
Moderne Stadtbebauung anno 1967: Die Wohnstadt Brückenhof im Stadtteil Oberzwehren.

Vor 75 Jahren – 1942

  • Mai: Deportation von etwa 500 jüdischen Einwohnerinnen und Einwohner Nordhessens von Kassel aus in das Konzentrationslager Majdanek bei Lublin. Kaum jemand wird überleben.
  • 5. Juni: Die Fieseler-Werke bekommen vom Reichsluftfahrtministerium den Auftrag, ein "Ferngeschoss in Flugzeugform" zu entwickeln. Die entwickelte Fliegerbombe Fi 103 wird später als V1 sehr bekannt.
  • August: Mit Beginn der Produktion der Kampfpanzer Tiger I und Tiger II gehört die Firma Henschel zu den drei größten Panzerherstellern im nationalsozialistischen Deutschland, die Rüstungsschmiede Kassel ist auch deswegenZiel alliierter Bombergeschwader. Jeder zweite der in der Waffenproduktion Beschäftigten ist Zwangsarbeiter. Insgesamt rund 30.000 Ausländer sind unter großenteils menschenunwürdigen Umständen gefangen und untergebracht in Massenquartieren in der Nordstadt, am Mattenberg, in Waldau, sowie rund 200 weiteren, kleineren Lagern und Unterkünften.
  • 7. September: Ungefähr 1000 jüdische Einwohnerinnen und Einwohner Nordhessens werden in das Konzentrationslager Theresienstadt abtransportiert. Nur ganz wenige werden überleben.

Vier Männer hinter einem mit Flaschen, Gläsern und Tassen gefüllten Tisch. ; © Wikimedia Commons, Foto: Nordiska museet Zeitgenössisches Foto einer schnapstrinkenden Männergesellschaft. Quelle: Wikimedia Commons, Foto: Nordiska museet

Vor 100 Jahren – 1917

  • 16. Juli: Die in der noch jungen Tradition der Abstinenzbewegung stehende "Frauenkonferenz zum Studium der Alkoholfrage" ruft zum Verbot des Bierbrauens und Schnapstrinkens auf. Auch Gaststätten sollten diesem Aufruf zufolge in Zukunft keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen.
  • Die Angestellten der Rüstungsindustrie arbeiten aufgrund der kriegsbedingten Nachfrage nun zum Teil sogar in Nachtschichten.
  • Die Firma Henschel & Sohn expandiert. Das Werk Mittelfeld wird außerhalb des bebauten Stadtgebiets errichtet (siehe nachfolgender Link).

Vor 125 Jahren – 1892

  • 31. März: Der 25jährige Georg Christoph Beck richtet im väterlichen Haus Schlachthofstraße 32 eine fein- mechanische Werkstatt ein. Die Firma Chr. Beck & Söhne entwickelt sich zu einem weithin geschätzten Lieferanten für Ferngläser und Mikroskope.
  • Ostern: Die Kasseler Mädchenschulen erklären Hauswirtschaft zum Pflichtfach. Andere ziehen nach.

Blick vom Druselplatz durch die Oberste Gasse Richtung Martinskirche, um 1930.; © Stadt Kassel, Stadtarchiv; Signatur 0.002.479, Fotograf: unbekannt Vorkriegs-Martinskirche mit neogotischen Türmen

  • Mai: Letztmalig werden die vollen Stunden durch das Blasen des Horns von der Martinskirche angezeigt.
  • 29. Mai: Tabakproduzenten und -verarbeiter gründen in Kassel den "Deutschen Tabak-Verein". 
  • 10. Juni: Die Eigentümer von "selbsttätigen Verkaufsapparaten - den sogenannten Automaten" machen sich strafbar, "wenn sie nicht geeignete Vorkehrungen treffen, um die Entnahme der feilgebotenen Gegenstände an Sonn- und Feiertagen" außerhalb der Ladenöffnungszeiten zu unterbinden.  
  • 22. Juni: Der Malermeister Johannes und der Weißbindermeister Heinrich Wimmel vermachen der Stadt ihren Nachlass im Wert von 500.000 Mark (heute ca. drei Millionen Euro) zum Bau gesunder Wohnungen.  
  • Oktober: Die Renovierungs- und  Umgestaltungsarbeiten an der Martinskirche sind vollendet. Darunter sind auch die neogotischen Türme, die zum Wahrzeichen für "Alt-Kassel" werden. Sie werden in der Bombennacht vom 22. Oktober 1943 zerstört und nicht wieder rekonstruiert.  
  • 31.Oktober: Der Kaufmann Alexander Hausen gründet eine "Fabrik des Casseler Hafer-Cacaos". Die kräftigenden Kasseler Hafer-Kakao-Würfel, später ein Produkt der Kasseler Nahrungsmittelwerke Schüle- Hohenlohe AG in der Sandershäuser Straße, genießen jahrzehntelang Weltruf. 

Porträtzeichnung eines Mannes mit gewelltem Haar und Halstuch.; © Stadt Kassel, Stadtarchiv; Signatur S 1 Nr. 201, Foto: Heinz Pauly Bild aus einem Zeitungsartikel von 1928 mit dem Hinweis "Aus der Tapete Kasseler Kindertagen".

Vor 150 Jahren – 1867

  • 29. März: Auf Anordnung der Preußischen Regierung wird in Kurhessen die Gewerbefreiheit erklärt. Das vorher bestehende Zunftmonopol ist somit aufgehoben.
  • Oktober: Die  Drucker in und um Kassel sind nun gewerkschaftlich organisiert.
  • Einrichtung einer mechanischen Weberei durch Salomon Fröhlich und Richard Wolf. Das hier produzierte Segeltuch wird zur Ausstattung von Eisenbahnen genutzt, zudem wird auch das Militär damit beliefert.

 

 Vor 175 Jahren – 1842

  • 29. Juli: In Kassel stirbt Johann Christian Arnold. Geboren 24.2.1759 in Engelsrod am Vogelsberg, gründete er 1789 die erste größere Tapetendruckerei in Deutschland. Kenntnisse in der Blaudruckerei hatte er zuvor in der Kattunfabrik eines Freundes erworben und wandte dieses Verfahren dann  auf die fabrikmäßige Herstellung von Papiertapeten an.  Landgraf Wilhelm IX. verlieh ihm das Privileg der Tapetenproduktion, Arnold wurde  u.a. Kasseler  Hoflieferant.
  • September bis Oktober: Die "Ausstellung von Gewerbeerzeugnissen aus Kurhessen" öffnet nach drei Jahren wieder ihre Pforten. Vier Wochen lang werden Fabrikate aus dem Kurfürstentum Hessen gezeigt. Als einziger Kasseler Betrieb erhält die Papierfabrik Arnold & Pfeiffer eine (von vier vergebenen) Goldmedaillen.
     

Eine Steintafel trägt die Inschrift: Ehrengrab der Stadt. Otto Bähr, Jurist, Schriftsteller; © Wikimedia Wommons, Foto: Kai Oesterreich Ehrengrab Otto Bährs auf dem Hauptfriedhof; Quelle: Wikimedia Commons, Foto: Kai Oesterreich

Vor 200 Jahren – 1817

  • Die Handwerkslehrlinge in Kassel werden an der neu errichteten Handwerksschule in Allgemein- und Spezialfächern unterrichtet.
  • Mit Teilhaberschaft von Carl Anton Henschel (1780-1861) in der väterlichen Firma verlagert sich der Schwerpunkt der Werkstatt  zunehmend auf den Maschinenbau.
  • 2. Juni: In Fulda wird Otto Bähr geboren. 1841 zum Richteramt befähigt, ab 1864 Oberappellationsgerichtsrat in Kassel, 1879 als Reichsgerichtsrat in Leipzig tätig und dann ab 1885 wieder in Kassel. Gestorben am 17. Februar 1895 in Kassel. Otto Bähr war der Autor zahlreicher einflussreicher juristischer Schriften. Bedeutsam ist insbesondere seine 1864 erschienene Schrift  "Der Rechtsstaat. Eine publicistische Skizze", die grundlegend für die Ausprägung des modernen Begriffs des Rechtsstaates wurde. Als gewählter Vertreter Kassel sowie des näheren Umlandes war er von 1867 an Abgeordneter des Reichstages des Norddeutschen Bundes und nach der Deutschen Einheit von 1871 bis 1880 Mitglied des Reichstages. Dabei wirkte er 1875/76 in der Reichsjustizkommission mit. Die Stadt Kassel gedenkt seiner bis heute durch ein Ehrengrab auf dem Hauptfriedhof und eine Straßenbenennung.

Indischer Elefant.; © Wikimedia Commons, Foto: Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, Weimar
Hier mal ganz lebendig: der Indische Elefant aus der Menagerie von Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel nach einer Illustration von Johann Heinrich Tischbein dem Jüngeren, publiziert 1820; Quelle: Wikimedia Commons, Foto: Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, Weimar

Vedute der Stadt Kassel; 1547 (dargestellte Zeit), 1988 (Entstehungszeit); © Stadt Kassel, Stadtarchiv; Signatur K Nr. 103, Foto: Michel Müller Die Festung der Stadt Kassel 1547 (Popup, zum Vergrößern bitte Klicken)

Vor 250 Jahren – 1767

  • 10. Februar: Ein Erlass des Landgrafen Friedrich II. fordert zur Bebauung der Königsstraße auf, an der  sich noch viele unbebaute Grundstücke befinden.
  • 13. April: Gegen 0.30 Uhr weckt ein leichtes Erdbeben die Kasseler. Verletzt wird jedoch niemand, auch von Gebäudeschäden ist nichts bekannt. 
  • 21. Dezember: Beginn der Niederlegung der Stadtbefestigung. An ihrer Stelle entsteht u.a. der von Kassels Stararchitekten Simon Louis du Ry konzipierte barocke Friedrichsplatz mit dem Fridericianum als Museum (Abbildung links und Video, s.u.)
  • Rudolf Erich Raspe, der spätere Autor der Lügengeschichten des Barons von Münchhausen, wird Kustos am Kunsthaus im Kasseler Ottoneum. Raspe macht sich um den Aufbau der Sammlung des 1779 eröffnenden Museums Fridericianum verdient, veruntreut jedoch wertvolle Münzen, um den eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren. Als der Betrug auffliegt, entzieht er sich der Gefangennahme und flieht nach England (s.u.)
  • Landgraf Friedrich II. gründet am 27. April 1767 die "Fürstlich-Hessische-General-Brand-Assekurations-Societät", besser bekannt unter dem späteren Namen Brandkasse Kassel. Sie war eine Gebäudeversicherung auf Gegenseitigkeit, mit Annahmezwang und Wiederaufbaupflicht. Anlass für die Gründung waren

die vielen verheerenden Brände im 18. Jahrhundert, die Hausbesitzer oftmals ruinierten. Die Versicherung überdauerte zahlreiche Gebietsreformen, politische Regime und den Wegfall des Monopols auf Gebäudeversicherungen. 1997 fusionierten alle hessischen Gebäudeversicherer mit der SparkassenVersicherung, die nach einer weiteren Fusion heute ihren Konzernsitz in Stuttgart hat. Am Standort Kassel arbeiten rund 500 Mitarbeiter im Innen- und Außendienst.

Vor 300 Jahren - 1717

  • 30. November: Die Herkulesstatue, heute das Wahrzeichen Kassels, wird auf die Pyramide des Oktogons im  Bergpark Wilhelmshöhe, seit 2013 UNESCO-Weltkulturerbe, gesetzt.

Vor 450 Jahren – 1567 

  • 31. März: Nach 49 Jahren Regierungszeit stirbt Philipp von Hessen, genannt "der Großmütige", und wird in der Martinskirche beigesetzt. Diese wird zur traditionellen Begräbnisstätte des hessischen Landgrafenhauses. Philipp erkannte früh die religiöse und politische Bedeutung der Lehre Martin Luthers und verstand es als ihr überzeugter Anhänger, Hessen innerhalb kürzester Zeit eine führende Rolle im Konzert der protestantischen deutschen und europäischen Mächte des frühen 16. Jahrhunderts zu verschaffen. Er scheute nicht vor Konflikten mit dem Kaiser und der habsburgischen Weltmacht zurück. Hessen verdankt ihm einen bis dahin nicht gekannten Modernisierungsschub in der staatlichen Verwaltung, in Bildung und Forschung  (u.a. Gründung der Universität Marburg) sowie beim Aufbau sozialer Einrichtungen.
  • Die Landgrafschaft Hessen wird nach Philipps Tod unter den Söhnen aufgeteilt, wobei Niederhessen mit der Hauptstadt Kassel an den Ältesten, Wilhelm IV., fällt.

 

Martin Luther als Junker Jörg. ; © wikimedia commons; Klassik Stiftung Weimar Foto: Trzęsacz Martin Luther als Junker Jörg auf einem Bild von Lucas Cranach, dem Älteren 1521/22. Quelle: wikimedia commons, Klassik Stiftung Weimar, Weimarer Stadtschloss, Foto: Trzęsacz.

Vor 500 Jahren – 1517

  • 31. Oktober: Mit seinen 95 Thesen zu Missständen in der damaligen Kirche gibt Martin Luther in Wittenberg den Anstoß zur Reformation - mit enormen Folgen für den Kontinent, für Deutschland und für Kassel. Landgraf Philipp von Hessen wird einer der Vorkämpfer des Protestantismus (s.o.). Anfang des 17. Jahrhunderts schließt sich Landgraf Moritz der Gelehrte der Lehre des Calvins an. Hessen-Kassel wird evangelisch-reformiert und gerät damit selbst innerhalb des protestantischen Lagers in eine Außenseiterrolle, was im Dreißigjährigen Krieg fast den Untergang zur Folge hat. Andererseits begründet sich in der konfessionellen Ausrichtung auch eine feste Anbindung an die aufsteigende Macht Brandenburg-Preußen. Dasselbe gilt für die Aufnahme von Tausenden, ebenfalls reformierten hugenottischen Glaubensflüchtlinge aus Frankreich in Hessen-Kassel. Die Gemeinden der heutigen Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit Bischofssitz in Kassel sind reformiert, lutherisch oder uniert, bezeichnen sich aber gemeinhin nur noch als evangelisch.
  • Die Pest fordert zahlreiche Todesopfer in Kassel - nicht zum letzten Mal. 

Vor 650 Jahren – 1367

  • 23. Mai: Mit einem Gottesdienst wird der Chor der Martinskirche eingeweiht.
  • Sommer/Herbst: Als Folge monatelanger Unwetter in ganz Hessen sind die Ernten vielfach zerstört.
  • Erster Beleg für die Präsenz jüdischer Bürgerinnen und Bürger Kassels: Die Karmelitermönche kaufen ein Haus, das vormals der Jüdin Rahel gehört hat. Juden sind, da sie im Gegensatz zu Christen Zinsen nehmen können, in dieser Zeit für die Entwicklung der Geldwirtschaft unentbehrlich und werden von den Landesherren in ihre Städte geholt.

 

Vor 675 Jahren - 1342

  •  22. Juli: Ein Fuldahochwasser richtet in der Neustadt Schäden an. Die Fluten überspülen sogar den Altar der Magdalenen-Kirche auf dem Holzmarkt.

 

 Vor 700 Jahren - 1317

  • Ein Schreiber bringt den Ortsnamen "Rodendeytmille"  auf Pergament nieder und  liefert damit die älteste bekannte Nennung des Dorfes Rothenditmold.

Blick über Gleisanlagen in Kleingärten; © Stadt Kassel
Wird 700 Jahre alt: der Stadtteil Rothenditmold, dessen Gesicht geprägt ist durch Industrie auf der einen, aber auch viele idyllische Kleingärten auf der anderen Seite.

Veröffentlicht am:   05. 01. 2017  

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