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Geschichte und Geschichtchen von Schloss Wilhelmshöhe

Bauphase am Herkules; © MHK

Baugeschichte

Schloss Wilhelmshöhe steht an historischer Stelle, denn schon 1140 stand hier das Augustinerklostern Weißenstein. Von 1606 bis 1610 ließ Landgraf Moritz der Gelehrte an gleicher Stelle das Jagdschlösschen "Moritzheim Weißenstein" bauen.

Erst ab 1786 entstand in mehreren Bauetappen Schloss Wilhelmshöhe, Parallel zur Umgestaltung der barocken Parkanlage in einen englischen Landschaftsgarten entwickelte Landgraf Wilhelm IX., der spätere Kurfürst Wilhelm I., das Schlossprojekt. Der angestrebte erhabene und würdevolle Charakter des Parks sollte eine markante bauliche Entsprechung erhalten und das Schloss in das Gesamtkunstwerk Bergpark Wilhelmshöhe eingebunden werden. Dem barocken Herkules-Monument und den Kaskaden wurde diese Wirkung zuerkannt. Das alte Jagdschloss von Landgraf Moritz musste dafür dem Schlossneubau weichen.

Nach Plänen von Simon Louis Du Ry entstand der heute sogenannte Weißensteinflügel. Ursprünglich als Solitär geplant, entschied sich Wilhelm IX. noch während des Baus zu einem nördlichen Pendant, dem heutigen Kirchflügel, und schließlich auch zu einem Mitteltrakt. Das Hauptgebäude wurde durch einen Portikus und eine vom römischen Pantheon abgeleitete Kuppel gegenüber den Seitenflügeln monumental erhöht. Seine geschlossene Form erhielt das Schloss erst unter Kurfürst Wilhelm II., der 1829 Verbindungsbauten zwischen den drei separierten Flügeln errichten ließ.

Anfang 1945 zerstörte eine Bombe den Mitteltrakt des Schlosses. Erst von 1968 bis 1974 wurde das Gebäude wiederaufgebaut und für die Nutzung als Kunstmuseum umgestaltet. Auf die Rekonstruktion der Kuppel wurde dabei unter anderem deshalb verzichtet, weil sie den Tageslichteinfall im oberen Geschoss beeinträchtigt hätte. Baumängel machten 1994 die Schließung des Hauses notwendig. Im Juni 2000 konnte Schloss Wilhelmshöhe mit einer grundlegenden Neuorganisation der Ausstellungsräume nach Plänen des Münchner Architekten Stephan Braunfels wiedereröffnet werden.

Jerome Bonaparte; gemeinfrei

Wilhelmshöhe und die Bonapartes

Nach der Gründung des Königreichs Westphalen durch Napoléon Bonaparte residierte von 1807 bis 1813 dessen jüngerer Bruder Jérôme Bonaparte"als König von Westphalen in Kassel. In dieser Zeit wurde das Schloss Napoléonshöhe genannt und sein Regent "König Lustik". Er ließ laubenartige Zwischenbauten anbringen um den Mittelteil mit den Flügeln zu verbinden.

67 Jahre später zog wieder ein Bonaparte in Wilhelmshöhe ein. Nach einer verlorenen Schlacht im Deutsch-Französischen Krieg wurde Kaiser Napoleon der III. gefangenen genommen und unter Arrest gestellt. Da seine Unterbringung standesgemäß erfolgen musste, war er vom 5. September 1870 bis 19. März 1871 im Schloss Wilhelmshöhe untergebracht. Als er via Kassel fuhr soll man ihm in Aachen die bis heute gebräuchliche Redensart "Ab nach Kassel" zugerufen haben.

Schloss Wilhelmshöhe mit Herkules; © Stadt Kassel; Foto: Stadtarchiv

Wilhelmshöhe und die deutschen Kaiser

Die beiden deutschen Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II. nutzen das Schloss mit ihren Familien als Sommerresidenz. Wie schön es bereits damals im Bergpark Wilhelmshöhe war, belegt ein Ausspruch des Leibarztes von Wilhelm I.: " In Wilhelmshöhe ist jeder Atemzug einen Taler wert". Der treue Begleiter von Kaiser Wilhelm II - Dackel Erdmann - hat im Park seine letzte Ruhestätte gefunden.

 

Veröffentlicht am:   21. 02. 2018  


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