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Scheidemannplatz - Architektur der 50er-Jahre

Ein herausragendes Beispiel für die Architektur der 50er-Jahre in Kassel ist der Scheidemannplatz. Er liegt in der Achse, die vom Kulturbahnhof über die Treppenstraße bis zum Friedrichsplatz führt.

Auf dem Platz sowie an und in den Gebäuden (z.B. EAM-Hochhaus, Handwerkskammer, Kasseler Bank, Raiffeisenhaus) kann man exemplarisch die Merkmale der damaligen Moderne nachvollziehen - dazu gehören etwa die klare Funktionstrennung, das Schachbrettmuster, die transparenten Schaufensterflächen in Verwaltungs- und Bankgebäuden, Fassadenreliefs oder freischwebende, geschwungene Treppen.

Über den Platz führt der innerstädtische Verkehrsleitring. Die Straßenbahn ist dort durch einen Tunnel und die Regiotram mit dem regionalen Bahnnetz verbunden. Auf ihm beginnt aber auch die Treppenstraße, eine der ersten Fußgängerzonen Deutschlands. Seit der Neugestaltung des Platzes 2005 durch den Architekten Tobias Mann wird Aufenthaltsqualität für Fußgänger großgeschrieben.

Seinen Namen hat er von Philipp Scheidemann, der 1865 in Kassel geboren wurde. Der spätere Kasseler Oberbürgermeister rief am 9. November 1918 in Berlin die erste deutsche Republik aus. Als Gegner der Nazis starb er 1939 im Exil in Kopenhagen.

Veröffentlicht am:   18. 05. 2015  


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