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Lutherkirchturm auf dem Lutherplatz

Erhaltener Turm der Lutherkirche; © Foto: Dr. Hans Helmut Horn Von der 1897 eingeweihten Lutherkirche ist nur der Turm erhalten geblieben

Höchstes Bauwerk von Kassel

Der Turm der Lutherkirche steht auf dem ehemaligen Altstädter Friedhof, dem heutigen Lutherplatz, im Stadtzentrum von Kassel.

Mit 76 Metern ist der Lutherturm das höchste Gebäude Kassels.

Die Lutherkirche wurde im 19. Jahrhundert durch testamentarische Verfügung des Medizinalassessors und Inhabers der Hirsch-Apotheke in Kassel, Dr. phil. Gottlieb Ferdinand Fiedler, und aus Mitteln der Gemeinde erbaut. Nach einem Architektenwettbewerb und vierjähriger Bauzeit erfolgte die Einweihung des Bauwerks am 27. November 1897. Baumeister war Hugo Schneider, Professor an der Kunstakademie in Kassel, auch bekannt als "der letzte Gotiker Deutschlands".

Wie weite Teile der Innenstadt, so wurde auch das Kirchenschiff der Lutherkirche durch den Bombenangriff am 22. Oktober 1943 zerstört. Im Jahr 1949 wurde eine zwischenzeitlich an den unversehrt gebliebenen Turm angebaute Notkirche ihrer Bestimmung übergeben. Diese wurde 1970 durch einen neben dem Turm errichteten Kirchenneubau mit Gemeindehaus im Stil der klassischen Moderne ersetzt.

Seit 2006 wird der Turm in der Nacht illuminiert.


Zum Lutherplatz

Neben dem Friedrichs- und dem benachbarten Königsplatz bildet der Lutherplatz eine der drei großen freien Flächen in Kassels Innenstadt. Wegen seines reichen Baumbestands trägt der Platz auch den Beinamen "Grüne Lunge Lutherplatz" und erhielt 1988 den Umweltpreis der Stadt Kassel.

Seit dem Jahr 1564, eventuell sogar schon etwas früher, wurde der Lutherplatz als Friedhof eingerichtet, und rund 300 Jahre, bis 1843 für Bestattungen genutzt.

Sandsteinsarkophag mit Sockel und Platte mit Schrift, Kranz und knieendem Engel; © Foto: Dr. Hans Helmut Horn Grabmal der Maria Elisabeth Grimm, geborene Böttner, Lebensdaten 1803 bis 1842, erste Ehefrau des Malers Ludwig Emil Grimm

Grabstätten kulturhistorischer Bedeutung

Während viele der schönsten noch erhaltenen steinernen Grabmäler des ehemaligen Friedhofs im Bestand des Museums für Sepulkralkultur vor weiteren Witterungsschäden bewahrt werden, finden sich auch heute noch einige Ruhestätten von kulturhistorischer Bedeutung auf dem Lutherplatz. Eine Auswahl:

Die Mutter von Jacob und Wilhelm Grimm Dorothea Grimm, die 1808 starb, wurde auf dem Altstädter Friedhof begraben, ebenso ihre 1843 verstorbenen Tochter Lotte Amalie Hassenpflug. Deren Grab wird von einem Bronzeengel geziert, der auf einer Grabplatte kniet und ein Kreuz in Händen hält.

Bereits ein Jahr vor Lotte Amalie, 1842, war ihre Schwägerin Maria Elisabeth Grimm, geborene Böttner, verstorben. Elisabeth war die erste Ehefrau des Malers Ludwig Emil Grimm. Ihr Grabmal ziert ein Engel aus Bronze, der auf einer Grabplatte kniet und die rechte Hand segnend erhoben hat.

Die beiden Engel auf den Grabmalen der Grimm-Frauen sind von dem Kasseler Künstler Werner Henschel geschaffen worden, der aus einer bekannten Industriellen-Familie stammt.

Gleich vier Engel in Bronzeguss schmücken das schönste Grabmal auf dem Lutherplatz, das sogenannte Reichenbach-Grab, eines der schönsten deutschen Kindergräber, gegenüber dem Eingang an der Spohrstraße. Auch sie sind von Werner Henschel geschaffen worden.

Heute sind die genannten Gräber Ehrengräber der Stadt Kassel und werden durch das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel gepflegt.

Veröffentlicht am:   29. 06. 2015  


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