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Museum für Sepulkralkultur

Museum für Sepulkralkultur - Collage aus Eingangsschild, Außenansicht und Todeskarikatur; © Museum für Sepulkralkultur
Einzigartig in Deutschland, zeigt das Museum ein breites Spektrum an sepulkralen Objekten: wie Totenhemden, Särge, Kutschen, Trauertrachten und bildliche Darstellungen. Die Dauerpräsentation zeigt historische und aktuelle Exponate zu den Themenbereichen "Tod und Bestattung" sowie "Friedhof und Grabmal" vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Särge im Museum für Sepulkralkultur; © Stadt Kassel; Foto: Stephan Kaiser

Vom Umgang mit "den letzten Dingen"

Das Museum wurde 1992 in Kassel eröffnet. Sein Ziel ist es, Kontinuität und Wandel im Umgang mit den letzten Dingen zu veranschaulichen und das gesellschaftlich oft verdrängte Erlebnis des Todes wieder ins Bewusstsein zu rücken.

Die Dauerausstellung zeigt Zeugnisse der Bestattungs-, Friedhofs- und Trauerkultur im deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis heute. Die wechselnden Sonderausstellungen zeigen einzelne kulturhistorisch herausragende Aspekte, beschäftigen sich aber auch mit aktuellen Themen.

Kabinettausstellung "Harry Kramer"
20. Februar bis 24. April 2017

Mit der Kabinettausstellung würdigen das documenta Archiv, welches das Harry-Kramer-Archiv im Aschrotthaus betreut, die Stadt Kassel und das Museum für Sepulkralkultur den vielseitigen Schauspieler, Tänzer, Puppenspieler, Künstler und Professor für Bildhauerei der Kunsthochschule Kassel Harry Kramer.

Er verstarb vor 20 Jahren am 20. Februar 1997. Die Künstler-Nekropole am Blauen See im Habichtswald Kassel, welche 1992 angelegt wurde, war sein letztes großes Kunstprojekt. "Die Arbeit am eigenen Grabwerk (ist) die einzige Möglichkeit, unabhängig von Auflagen und Aufträgen auf einem Terrain, das nicht von Kulturbürokraten, sondern von Kollegen bestimmt ist, eine Gegenwelt zu realisieren. Wir werden alle sehr nachdenklich, wenn es um ein Monument der eigenen Sterblichkeit oder Unsterblichkeit geht", so Kramer.

Mit der Nekropole wollte er Künstlerinnen und Künstlern eine Möglichkeit bieten, authentische Werke zu schaffen. Bisher konnten 9 Grabmale realisiert werden. Harry Kramer wurde in der Künstler-Nekropole anonym beigesetzt.

Für Furore sorgten seine in den 1950er und 1960er Jahren entwickelten kinetischen Drahtplastiken. 1964 stellte er auf der documenta 3 in der Abteilung "Licht und Bewegung" aus. Seine mit dem Kameramann Wolfgang Ramsbott produzierten fünf kurzen Experimentalfilme wurden mit Preisen geehrt, so etwa der Film "Die Stadt" (1956), der mit dem US-amerikanischen "Award of Distinction" ausgezeichnet wurde. Die vier weiteren Filme bringen den Bundesfilmpreis und den "Grand Prix de Leone" in Venedig. Harry Kramer war mit seinem mechanischen Theater (1952), den sogenannten automobilen Skulpturen und den experimentellen Filmen ein international vielbeachteter Künstler. 1970 folgte er einem Ruf zum Professor an die Kasseler Hochschule für Bildende Künste (der heutigen Kunsthochschule). Seine eigene Kunstproduktion stellte er zurück, um in der Folge gemeinsam mit seinen Studierenden unter dem Namen Atelier Kramer Kunst zu machen und auszustellen. Entstanden sind in den 1970er und 1980er Jahren aufsehenerregende Gemeinschaftsarbeiten, -aktionen und Performances. Er erwarb sich auch hier große Anerkennung.

Alle Initiatoren fühlen sich dem Künstler Harry Kramer sehr verbunden und präsentieren zu seinen Ehren und zu seinem 20. Todestag eine gemeinsame Ausstellung. Eine Kabinettausstellung von Helga Kramer und Anton Kramer, dem documenta Archiv, der Stadt Kassel und dem Museum für Sepulkralkultur.


Vita dubia und Tanz der Gerippe; © Vita Dubia h neun Berlin; (c) Tanz der Gerippe; Sepulkralmuseum

VITA DUBIA vom 8. Oktober 2016 bis 16. April 2017

Über die Ungewissheit des Todes und die Angst, lebendig begraben zu werden
Um 1800 n. Chr. wird die Angst vor dem Scheintod zum weit verbreiteten Phänomen. Die Furcht der Menschen, lebendig begraben oder eingeäschert zu werden, beschäftigte zwar schon die Ärzte in der Antike, doch nährten gerade die wissenschaftlichen Erkenntnisse und technischen Errungenschaften der Aufklärung die Zweifel daran, ob sich die Grenze zwischen Leben und Tod genau bestimmen lässt. 

Dieses zutiefst beunruhigende Problem regte nicht nur Wissenschaftler zu  bizarren Experimenten an und veranlasste skeptische Erfinder zum Bau skurriler Rettungsapparate.  Es entfachte auch eine Debatte darüber, welche Hinrichtungsmethode  "humaner" sei:  Köpfen oder Hängen? Gleichzeitig löste die weit verbreitete Verunsicherung einen kreativen Impuls aus. Denn sie  inspirierte die Dichter und Schriftsteller der Romantik zu großartigen, bisweilen düsteren und unheimlichen Gedichten, Novellen und Romanen. Zu den bekanntesten literarischen Werken zählen etwa ‚Schneewittchen‘ von den Brüdern Grimm oder auch Mary Shelleys ‚Frankenstein‘.

Die Räume sind facettenreich inszeniert. Mit Installationen, Hörstationen, historischen Grafiken, Kupferstichen und Exponaten, historischen Quellen und Groß-Projektionen machen sie das komplexe Phänomen rund um die Scheintod-Debatte erleb- und erfahrbar. In dem "Ausblick" werden sie Fragen bis in die heutige Zeit auf.

Kontakt

Institution: Museum für Sepulkralkultur
Telefon: +49 561 91893-0
Telefax: +49 561 91893-10
Anschrift: Weinbergstraße 25-27
34117 Kassel
ÖPNV: Fahrplanauskunft
Stadtplan: Lage im Stadtplan
Internet: www.sepulkralmuseum.de

Öffnungszeiten

Montag: geschlossen
Dienstag: 10 bis 17 Uhr
Mittwoch: 10 bis 20 Uhr / immer um 18 Uhr öffentliche Führung
Donnerstag: 10 bis 17 Uhr
Freitag: 10 bis 17 Uhr
Samstag: 10 bis 17 Uhr
Sonntag: 10 bis 17 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene: 6,00 Euro
Ermäßigt: 4,00 Euro
Freier Eintritt: Kinder unter 6 Jahren, Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. sowie der ICOM
am ersten Mittwoch im Monat von 17 bis 20 Uhr
Arbeitslose:: 2,50 Euro
Familienkarte:: 10,00 Euro - max. 2 Erwachsene und Kinder unter 16 Jahren


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